Würzburg (ruf) – Die Weinprüfstelle der Regierung von Unterfranken kann auf ein erfolgreiches Prüfjahr 2022 zurückschauen.
Im Jahr Ihres 50-jährigen Jubiläums 2022 wurden in der Weinprüfstelle in erster Linie Weine des Jahrgangs 2021 zur Qualitätsprüfung angestellt. Von diesem Jahrgang hatten am Ende des Jahres mit knapp 33 Millionen Litern rund 76 % der gesamten Erntemenge von ca. 43 Millionen Liter das amtliche Prüfverfahren durchlaufen. Bereits 5 % der angestellten Weine kamen aus dem neuen Jahrgang 2022, der Rest aus älteren Jahrgängen bzw. aus Weinen, die ohne Jahrgangsangabe zur Prüfung kamen.
Sehr erfreulich ist, dass die Anzahl der anstellenden Betriebe im Prüfjahr 2022 erstmals seit längerer Zeit wieder gestiegen ist. 673 Betriebe haben ihre Weine und Sekte bei der Regierung von Unterfranken zur Prüfung angestellt.
Die Prüfungskommissionen entschieden in 168 Sitzungen über die sensorische Beurteilung der Weine und die Regierung von Unterfranken konnte in 98 % der Anträge die begehrte amtliche Prüfnummer erteilen. Die Ablehnungen erfolgten zu 90 % aus sensorischen und zu 10 % aus weinrechtlichen Gründen.
Die Weißweine stellten auch 2022 mit 77 % der geprüften Weinmenge die Majorität, danach folgen mit 10 % die Rotlinge und mit 9,7 % die Rotweine. Der Rotling hat damit erstmals den Rotwein „überholt“.
Die Weine wurden mit 49 verschiedenen Rebsorten angestellt. Das Hauptkontingent stellte zum nunmehr 12. Mal in Folge und konstant mit 37 % der Silvaner, wiederum gefolgt vom Müller-Thurgau, der mit 21 % angestellt wurde. Auf Platz 3 landete erneut der Bacchus, allerdings mit einer deutlichen Steigerung auf 16 %, gefolgt vom Riesling mit 5 % und der mengenmäßig bedeutendsten Rotweinsorte in Franken, der Domina mit einem Anteil von 4 %.
Der Wein-Jahrgang brachte insgesamt nahezu die gesamte Bandbreite der Qualitäten. So wurden von ansprechenden Schoppenweinen bis hin zu edelsüßen Raritäten Weine aller Qualitätsstufen geprüft. Auch 23 Anträge für Eisweine wurden gestellt.
7,4 Millionen Liter Wein (22,5 % der geprüften Menge) waren im Prüfjahr 2022 „fränkisch trocken“ ausgebaut, d.h. die Weine enthielten maximal 4 Gramm „Restzucker“ pro Liter. Hier ist eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Weitere 13,4 Millionen Liter Wein (ca. 40 % der geprüften Menge) wiesen einen Restzuckergehalt zwischen 4 und 9 Gramm pro Liter auf. Diese Zahlen belegen wieder einmal, dass „Franken“ insbesondere für hervorragende trockene Weine steht.
Die Quote der Bocksbeutelfüllungen lag wie 2021 konstant bei 28 % der geprüften Weinmenge. Die überwiegende Mehrzahl der Weine wurde allerdings in 1-Liter-Flaschen abgefüllt (48 %), was eine deutliche Steigerung um 5 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Ebenfalls eine deutliche Veränderung ergab sich bei den Anträgen auf Prädikate. Im Prüfjahr 2022 absolvierten 84 % der Weinmenge die Qualitätsprüfungen als Qualitätsweine (2021: 78 %) und lediglich 16 % (2021: 22 %) als Prädikatsweine, obwohl die Qualität eine höhere Menge für Prädikatsweine zugelassen hätte.
Die Anträge und angestellten Mengen für den Sekt b.A. Franken haben sich gegenüber dem Prüfjahr 2021 deutlich gesteigert. Die Gesamtmenge betrug wie im Jahr zuvor ca. 250.000 Liter.

Quelle: Regierung von Unterfranken

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