Tückische Volkskrankheit: Bleibt Vorhofflimmern unerkannt, drohen Schlaganfall und Herzkomplikationen. Das Ambulante Herzzentrum Schweinfurt, das MVZ Leopoldina und das Leopoldina-Krankenhaus veranstalten unter dem Motto „Turbulenzen im Herz: Vorhofflimmern im Rahmen der bundesweiten Herzwochen 2022 (1.-30. November) eine Informationsveranstaltung.
Das Arzt-Patienten-Seminar findet am Mittwoch, 23.11. ab 17.00 Uhr in der Stadthalle Schweinfurt statt.
„Wir möchten Sie persönlich über Ursachen, Risikovorsorge sowie aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten informieren“, erklärt Prof. Mischke (Chefarzt der Medizinischen Klinik 1 am Leopoldina), der gemeinsam mit Dr. Marc-Alexander Katz (Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie am Ambulanten Herzzentrum Schweinfurt) die wissenschaftliche Leitung der Veranstaltung innehält. Die Kardiologische Facharztpraxis am MVZ Leopoldina vervollständigt mit dem Facharzt Jochen Genzel die Runde der Schweinfurter Kardiologen.
Für viele Patienten löst Vorhofflimmern gerade beim ersten Auftreten Angst und Beklemmung aus, wenn das Herzstolpern plötzlich einsetzt und es zu heftigen Schlägen bis in den Hals hinauf, Druckgefühl im Brustkorb und Luftnot kommt. Das Herz schlägt dann meistens völlig unregelmäßig und schnell mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute. Für die Betroffenen stellt sich dann die Frage, welche Therapiemöglichkeiten bestehen.
Vorhofflimmern ist eine ernst zu nehmende Herzrhythmusstörung, die bei einigen Patienten auch ohne ausgeprägte Symptome auftreten kann. „Bleibt Vorhofflimmern unbehandelt, drohen Schlaganfälle und Herzkomplikationen“, weist Dr. Katz auf die Folgen hin.
In Deutschland ist Vorhofflimmern für 20 bis 30 % der (ischämischen) Schlaganfälle verantwortlich. Die Schlaganfallgefährdung ist jedoch sehr unterschiedlich. Junge herzgesunde Menschen mit Vorhofflimmern sind weniger gefährdet, alte und herzkranke Patienten haben hingegen ein hohes Risiko, denn das Risiko für einen Schlaganfall durch Vorhofflimmern steigt mit dem Lebensalter und mit zusätzlichen Erkrankungen. So liegt Bluthochdruck bei zirka 60 % aller Patient*innen mit Vorhofflimmern vor. „Besonders diese Personen sollten regelmäßig ihren Blutdruck und Puls messen. Denn so können sie auch bislang unbemerktes Vorhofflimmern feststellen“, rät Prof. Mischke.
Für die Entstehung von Vorhofflimmern können viele Ursachen in Betracht kommen. Neben Bluthochdruck, dem häufigsten Verursacher von Vorhofflimmern, begünstigen noch weitere Grunderkrankungen das Auftreten der Rhythmusstörung. Hier sind insbesondere die Überfunktion der Schilddrüse, starkes Übergewicht (Adipositas), Diabetes mellitus, entzündliche Erkrankungen wie Rheuma, chronische Lungenleiden wie COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), das Schlafapnoesyndrom und Gefäßerkrankungen zu nennen. Auch Herzerkrankungen wie Herzschwäche, Klappenfehler und koronare Herzkrankheit (KHK) sowie chronische Funktionsstörungen der Niere tragen zum Entstehen von Vorhofflimmern bei – und nicht zu vergessen ein ungesunder Lebensstil mit regelmäßigem Alkoholkonsum, Rauchen und Bewegungsmangel. Deshalb ist nicht nur die Behandlung der Rhythmusstörung notwendig, auch die Therapie der Grunderkrankung und der Risikofaktoren ist wichtig.
In der Informationsveranstaltung am 23.11. gehen die Referenten Dr. Marc-Alexander Katz, Jochen Genzel (Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie am MVZ Leopoldina), Prof. Karl Mischke und Priv.-Doz. Dr. Tobias R. Koppara (Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie am Ambulanten Herzzentrum Schweinfurt) auf Diagnosemöglichkeiten und Behandlungsoptionen ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Quelle: Leopoldina Krankenhaus der Stadt Schweinfurt GmbH

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