Würzburg/Mainfranken – Die Beschaffung von Kapital ist eine der wichtigsten Herausforderungen für Unternehmen – egal ob bei der Gründung, beim Wachstum, bei der Unternehmensnachfolge oder bei der Krisenbewältigung. Die IHK Würzburg-Schweinfurt unterstützt mainfränkische Betriebe dabei, den Durchblick in der komplexen Finanzierungs- und Fördermittellandschaft zu behalten.
„Denken Sie bei der Unternehmensfinanzierung vor allem auch an staatliche Unterstützungen, wie zum Beispiel durch die LfA Förderbank Bayern oder die KfW-Förderbank“, rät Dr. Sascha Genders, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. Es stünden zahlreiche Bausteine zur Verfügung: Zinsgünstige Kreditprogramme, Bürgschaften und Beteiligungen, nicht-rückzahlbare Zuschüsse, Programme der Arbeitsagenturen, Coachingprogramme zur Finanzierung von Unternehmensberatungsleistungen oder Crowdfunding für Start-ups. Die IHK biete Interessierten eine neutrale, kostenfreie und kompetente Beratung in allen Finanzierungs- und Fördermittelfragen, so Genders.
 Grundregeln der Unternehmensfinanzierung beachten
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sollten einige grundlegende Spielregeln bei der Finanzierung beachtet werden: „Kein Kredit ist umsonst, das Geld für Zins und Tilgung muss erwirtschaftet und zurückgezahlt werden“, mahnt Genders. Ein Darlehen lohne sich grundsätzlich nur dann, wenn es auch notwendig sei.
Als Alternative zum „klassischen“ Hausbankkredit könnten auch öffentliche Kredite der Förderbanken genutzt werden. Der Vorteil öffentlicher Darlehen liege neben den günstigen Zinskonditionen in der oftmals möglichen Haftungsfreistellung. Allerdings erfolge auch hier die Beantragung stets über die Hausbank. Das Förderdarlehen – ebenso wie die meisten anderen Programme – dürfe zudem nicht für private Zwecke verwendet werden. Ferner sei die sogenannte „Vorhabensbeginnklausel“ zu beachten: Bei Antragstellung dürfe mit dem Vorhaben noch nicht begonnen worden sein. „Die Investition, der Kauf einer Maschine, der Erwerb eines Unternehmensanteils oder die Unterschrift unter einen Kaufvertrag darf also erst erfolgen, wenn der entsprechende Fördermittelgeber dies ausdrücklich genehmigt hat“, so Genders.
Finanzierung in Corona-Zeiten eine Herausforderung
Um ein frühzeitiges Scheitern zu vermeiden, rät die IHK dazu, sich von Anfang an intensiv mit dem Thema Finanzierung und Förderung auseinanderzusetzen: „Gründer und junge Unternehmen unterschätzen oft die Brisanz des Finanzierungsparts. Grundlage jedes unternehmerischen Vorhabens ist aber stets eine ausführliche Investitions- und Kapitalbedarfsplanung“, erklärt Genders. Nur wer von Beginn an richtig plane, sei auch auf der sicheren Seite.
Laut einer Auswertung der IHK Würzburg-Schweinfurt aus dem vergangenen Jahr ist die Zufriedenheit der mainfränkischen Betriebe mit Blick auf den Zugang zu Fördermitteln beziehungsweise staatlicher Förderung eher gering. Gerade kleine Unternehmen und Existenzgründer berichten überproportional häufig von Schwierigkeiten bei der Fremdkapitalfinanzierung. „Die aktuelle Coronapandemie und das unter Umständen aufgebrauchte Ersparte machen die Finanzierung zudem herausfordernd“, berichtet Genders. Daher sei es wichtig, den richtigen Mix bei der bei der Finanzierung zu finden: „Es sollten alle Arten der Geldbereitstellung in Betracht gezogen werden. Nur wer alle zur Verfügung stehenden Optionen ausleuchtet und sich proaktiv informiert, kann von den zahlreichen Möglichkeiten auch tatsächlich profitieren. Hier kann die IHK natürlich unterstützen.“Die mainfränkische Wirtschaftskammer bietet auch 2022 zusammen mit der LfA Förderbank Bayern regelmäßige und kostenfreie Finanzierungssprechtage an. Die Termine finden derzeit ausschließlich digital statt. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Interessierte unter: www.wuerzburg.ihk.de/finanzierungssprechtag.
Information: Sebastian Gläser, IHK, Tel. 0931 4194-355, E-Mail: sebastian.glaeser@wuerzburg.ihk.de

Quelle: IHK Würzburg-Schweinfurt

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