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Schweinfurt: Der Seelenvater auf der Maibacher Höhe

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Seelenvater © Primaton

Einst standen hier vier Bäume. Heute stehen an der Straße nach Maibach, in einer Kurve nur noch 2 große Lindenbäume, ein Baumstumpf und eine Bank auf einem kleinen Hügel. Einen Baum hat man neu gepflanzt. Dies ist der Seelenvater.
Früher wurden hier Geräderte zur Schau gestellt. Also Verbrecher, die mit der Bestrafungsmethode des Räderns belegt wurden. Zur Warnung wurden sie auf Räder geflochten und an gut sichtbaren Stellen aufgestellt. Früher hießt der Platz deshalb „das Rad“.

Früher wurden einige Spukgeschichten über den Hügel erzählt. Eine erklärt sogar den Namen. In Schweinfurt lebte einst ein Mann, ein ungetreuer Waisenvater, dieser wurde auch Seelenvater genannt. Ihm wurden mehrere Waisenkinder anvertraut, die er um ihr Eigentum betrug. Auf verwerfliche Art und Weise. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde er für seine Taten zum Tod durch das Schwert verurteilt. Man gewährte ihm vor seinem Tod noch einen letzten Wunsch. Seine Antwort: „Wenn mein Kopf abgetrennt sein wird, so wird mein Körper noch eine gewisse Strecke des Weges weiterlaufen. Diese Strecke soll im Geviert abgemessen und dieses Areal als Acker meinen Hinterbliebenen übergeben werden.“ Diese Bitte sollte ihm gewährt werden. Auf der Maibacher Höhe schlug man ihm den Kopf ab. Und Tatsächlich, sein Körper lief noch ein ganzes Stück weiter. Der Acker wurde abgemessen und seine hinterbliebenen übergeben. Und so heißt dieses Stück Erde seitdem Seelenvater.