Start Allgemein Rhön-Grabfeld: Die versunkene Stadt im Schwarzen Moor

Rhön-Grabfeld: Die versunkene Stadt im Schwarzen Moor

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Schwarzes Moor © Primaton

Wir befinden uns in der Rhön, am Dreiländerdreieck von Hessen, Thüringen und Bayern. Vor undenkbar langer Zeit versank hier im Schwarzen Moor eine schöne Stadt oder, wie andere wissen wollen, ein großes Dorf, weil die Einwohner von ihrem sündhaften Leben nicht ablassen wollten.
An die Stelle der Stadt oder des Dorfes trat nun ein unergründlich tiefer, schwarzer See, der nach und nach bis auf die wenigen schwarzen Löcher von einer dichten Moordecke überzogen wurde. In der Tiefe des Moores ist das Leben jedoch noch nicht ganz gestorben, denn wenn die Bewohner des versunkenen Ortes in der Kirche voller Reue um Erlösung beten, dann braust es im Moor gewaltig, und schwarzes schlammiges Wasser gärt aus den sogenannten „Teichen“.
Nur drei Jungfrauen aus dem versunkenen Ort war es gestattet, aus dem Moor zu kommen. Sie wurden in der Gegend die Moorjungfern genannt und kamen regelmäßig zum Kirmestanz in die nächste Ortschaft. Als sie dort aber einmal zurückgehalten wurden, verließen sie traurig den Tanzplatz. Am nächsten Morgen war einer der Teiche blutrot gefärbt. Die Moorjungfern hat seitdem keiner mehr gesehen. In nächtlicher Stunde sollen nur noch die Seelen der drei Moorjungfern mit denen der anderen dort Versunkenen über dem Moor schweben.