Heinrich König wird 70 Jahre alt

Seit 30 Jahren ist der Kunde König bei Sport König in Werneck. Und nun feiert der Inhaber, Geschäftsführer, Firmengründer und mit ihm eine ganz bekannte Persönlichkeit aus dem Marktgemeindedorf Mühlhausen am heutigen Donnerstag, den 01. Oktober, einen runden Geburtstag. Heinrich König wird 70 Jahre alt!

Wir blicken zurück auf das Leben des Fußballers, Trainers, Funktionärs, Ehrenamtsinhabers, Geschäftsmannes und natürlich auf das, was Heinrich Königs auch als Privatperson die letzten Jahre so erlebt hat.

Die Anfänge:
„Fußball lag mir im Blut. 1959 zur Erstkommunion habe ich einen Ball geschenkt bekommen und den gleich im Hof zusammen mit meinem Bruder massakriert. Später hat unser Pfarrer vorgeschlagen, ich könnte doch studieren und auch Pfarrer werden. Man wollte mich überreden, aber ich habe erst gefragt, ob ich dann auch parallel Fußball spielen kann. Als es hieß, nein, das gehe nicht, da sagte ich: Nein, dann will ich auch kein Pfarrer werden! Als ich 13 war, hatten wir in Mühlhausen keine C-Schüler. Irgendwann durfte ich bei der A-Jugend aushelfen, sporadisch, weil sie Spielermangel hatten.”

Die Führungsqualitäten:
„Ich bin am 01. 10. geboren, Stichtag in der Schule war der 30.09.. Also wurde ich ein Jahr später eingeschult und war so immer der älteste und hatte scheinbar Führungsqualitäten. Als 1963 die Volksschule in Mühlhausen eingeweiht wurde, durfte ich ein Gedicht aufsagen, später musste ich im Fach Musik vorsingen. Beim Theaterstück bekam ich eine Hauptrolle. In der Schule war ich gleich Klassensprecher, später auch auf der Handelsschule Pelzl in Schweinfurt.”

Der erste Wechsel:
„1969 gab´s ein Jubiläumsspiel in Mühlhausen, zum 40-Jährigen empfing der TSV den FC Schweinfurt 05 und verlor mit 1:12. Ich durfte als 18-Jähriger mitspielen. Aber erst 1977 wechselte ich zum FC Bayern München, bot mich dort selbst an. Manager Robert Schwan schickte mich zu den Amateuren, also zur 2. Mannschaft, und meinte, wenn die ihr Okay geben, dann könnte ich bleiben.”

Die Zeit bei den Bayern:
„1977 habe ich mal Franz Beckenbauer getroffen, als der vor seiner Zeit bei Cosmos New York noch da war. Zwei Jahre spielte ich für die Amateure, ein halbes Jahr war ich zudem Spielertrainer der 3. Mannschaft.
In München haben wir mal ein Bayernligaspiel mit 4:0 gegen Schweinfurt 05 gewonnen. Das Spiel im Willy-Sachs-Stadion, als 200 Leute aus Mühlhausen zuschauten, endete 1:1. Damals traf der ganz junge Hansi Pflügler, der 1990 Weltmeister wurde und der als Nationalspieler zur Einweihung unseres Sportgeschäftes kam. Die Schweinfurter sprachen mich danach an, ob ich zu ihnen wechseln möchte. Aber ich war da schon fast 30, wollte nicht auf der Bank landen und Lückenbüßer sein. Außerdem hatte ich meinem Bruder Robert, der danach über die Passionsspiele in Sömmersdorf bekannt wurde, bereits zugesagt, dass ich nach Mühlhausen zurück komme.”

Der prominenteste Mitspieler:
„Hansi Pfügler, klar. Aber auch Sepp Summerer, damals Kapitän der Bayernauswahl. Highlights waren auch die so genannten Nachwuchsrundenspiele, als immer mittwochs verletzte Profis oder Ersatzspieler Praxis sammeln sollten bei Partien gegen Augsburg, Nürnberg, Fürth, VfB Stuttgart oder Stuttgarter Kickers. Da stand ich dann auch mal mit Uli Hoeneß, Branko Oblak oder Walter Junghans auf dem Platz.”

Die Heimkehr:
„Nachdem meine Tochter Kerstin bereits 1974 geboren wurde und mein Sohn Ralf in München, später in Werneck noch Stefan und Michael, da wollten wir als Familie zurück in die Heimat. Meine Frau Gertrud und ich bauten ein Haus, ich fing wieder an meinem alten Arbeitsplatz in Schweinfurt bei der Spedition Weichelt, heute Schenker an. Später ging ich zu Eichetti nach Werneck. Doch damals hatte ich schon Gedanken an ein eigenes Geschäft.”

Das Abschiedsspiel:
„Mit den Bayern München Amateuren traten wir vor 1500 Zuschauern beim FC Haßfurt an, für den damals unter anderem auch Schorsch Baier spielte.

Sein TSV Mühlhausen:
„Damals spielten wir B-Klasse, die zweitunterste Liga. ich kam 1979 zurück. hatte zuvor natürlich auch von München aus den Verein verfolgt. “Pack ´mers an”, dachte ich. Wir stiegen gleich in die A-Klasse auf. Das war damals die vielleicht beste Mannschaft überhaupt in Mühlhausen…”

Die Pause:
„Am neunten Spieltag nach meiner Rückkehr nach Mühlhausen brach ich mir das Bein, bin aber nach einem halben Jahr zurück auf´s Feld, was nicht so klug war, da ich noch unrund gelaufen bin. Danach hat sich die Mannschaft aber aufgegeben und der TSV Mühlhausen ist wieder in die B-Klasse abgestiegen.”

Seine Trainerschein:
„Mit 24 Jahren habe ich 1974 die B-Lizenz in München gemacht und 2001 dann in Hennef die A-Lizenz, zusammen mit Dirk Schuster, Bernd Hobsch, Maik Walpurgis, Dirk Bremser, Bernhard Winkler, Peter Neustädter, Uwe Zimmermann, Marc Oechler oder Timo Lange. Damit durfte ich dann zu Beginn des neuen Jahrtausends die A-Jugend des FC 05 in der Regionalliga, der heutigen Bundesliga trainieren.

Die Zeit als Trainer:
„Natürlich war ich stolz, die A-Jugend des FC 05 trainieren zu dürfen. David Schydlowski, Christian Mack oder Georgios Gougoulias waren damals tolle Spieler. Ich habe auch am Stützpunkt in Bad Kissingen trainiert, hatte dort unter anderem Andreas Brendler, Julian Grell, Tom Schütz oder Benjamin Schöckel.

Sein Ruf als Roger Milla:
„Den hat mir Michael Horling verpasst nach der WM in Italien 1990, weil ich mit 40 Jahren und auch später noch für Mühlhausen gespielt habe. Und dann mit 53 auch noch bei der DJK Schweinfurt an der Seite von Jo Seufert, als ich dort Nachfolger wurde von Trainer Dominik Ruh, der ausgerechnet ebenso aus Mühlhausen kommt. Senioren und 3. Mannschaft in Mühlhausen hatte ich auch lange noch gespielt, zuletzt 2017 bei einem Seniorenturnier für den FC Fahr. Die hatten bei mir angefragt…”

Sein Sportgeschäft:
„Mit 39 Jahren habe ich es 1989 gegründet. Das kam aus dem Wunsch nach einer Selbstständigkeit. 1990 zogen wir an den heutigen Standort nach Werneck.”

Die bekanntesten Kunden/ Gäste:
“Ex-Bundestrainer Erich Ribbeck war bei Sport König zu Gast, allerdings schon in den 90ern und vor seiner Zeit als Trainer der Nationalmannschaft. Er kam aus Düsseldorf, war damals Repräsentant der Firma Reusch, die Torwart-Handschuhe herstellt. Wir haben groß Essen und Getränke für die Gäste aufgetischt, Ribbeck, der absolut nett war, hielt einen Vortrag. Auch Sepp Weiß, zu meiner Zeit auch bei Bayern München, kam mal nach Mühlhausen und hielt ein Training ab. Er spielte damals beim FV 04 Würzburg (2. Bundesliga), er war ein hervorragender Mittelfeldspieler und exzellenter Schütze!”

Sein 70er Geburtstag:
„Groß feiern werden wir wegen Corona nicht, weil viele aus unserer Familie gesundheitlich mit der Lunge belastet sind. Ein großes Essen haben wir deshalb abgesagt, aber ich empfange sicherlich ein paar Gratulanten in meinem Haus und wir werden mit drei, vier, fünf Leuten bestimmt auch noch ausgehen.”

Die Bedeutung der 70 für mich:
„Ich habe ein gutes und schönes Gefühl dabei und empfinde Dankbarkeit, dass ich gesund bin.”

Zur Person:
Heinrich König wurde am 01.10.1950 in Werneck geboren, lebt heute im Ortsteil Mühlhausen. Beim TSV 1929 übte er diverse Tätigkeiten aus. Von 1969 bis 1971 war er Schriftführer, von 1973 bis 1975 A-Jugendtrainer. Von 1975 bis 1976 Beisitzer und von 1979 bis 2001 fast stolze 22 Jahre lang 1. Vorsitzender des Vereins. In dieser Zeit wurde folgendes erreicht: 1984 wurde ein zweites Spielfeld angelegt mit zwei Flutlichtmasten. 1986 entstand ein Wasserreservoir für die Bewäserung der Spielfelder. 1997 konnte das schmucke Sportheim eingeweiht werden und wurde zum Mittelpunkt des dörflichen Lebens, nachdem zuvor die beiden Gastwirtschaften in Mühlhausen geschlossen hatten. Von 1980 bis 2001 trainierte er immer eine Jugendmannschaft in Mühlhausen.
Von 1981 bis 1992 war Heinrich König Sitzungspräsident der Faschingsabteilung und stand mit seinen Brüdern Robert, Edmund und Erhard als Gesangstruppe „Kings-Bothers” auf der Bühne. Anfang der 90er verzichtete der TSV wegen des Golfkrieges auf Fasching. da man aber schon die Karten verkauft hatte, bekamen die Mühlhäuser kurzfristig das Theaterstück „Das Eigentor” aufgeführt. So entstand die Theaterabteilung und wurde der Fasching beim TSV beerdigt…

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