Gegen den Lohnverlust durch Inflation: Rund 2.090 Unternehmen gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur im Landkreis Haßberge. „Ein Großteil davon drückt sich davor, ihre Beschäftigten in der Krise zu unterstützen: Extra-Geld gegen die Löcher, die die Inflation ins Portemonnaie reißt? – Fehlanzeige. In einigen Branchen können sich Beschäftigte tarifgebundener Betriebe zwar bereits über Nettozahlungen freuen, aber im Kreis Haßberge machen dennoch viele Chefs einen großen Bogen um die Inflationsausgleichsprämie. Und das geht quer durch alle Branchen: von Metzgereien über Hotels bis zu Lebensmittelbetrieben“, sagt Ibo Ocak von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Dabei sei die Prämie ein Instrument, das die Bundesregierung extra geschaffen habe, um die Härte der Krise abzufedern.

Für alle Beschäftigten im Kreis Haßberge, die bislang leer ausgegangen seien, werde es höchste Zeit, einen Inflationsausgleich zu bekommen. Es gehe schließlich darum, den „Schwund bei der Kaufkraft wenigstens ein Stück weit aufzufangen“. Immerhin habe die Inflation auch im Januar mit einer Teuerungsrate von 8,7 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr für eine spürbare Belastung der privaten Haushaltskassen geführt. „Die Auswirkungen der Inflation sind verheerend. Monat für Monat steckt weniger Power in der Lohntüte“, so Ibo Ocak.

Die NGG fordert Unternehmen im Kreis Haßberge auf, sich „nicht vor der Inflationsausgleichsprämie zu drücken“: „Die Prämie von bis zu 3.000 Euro sollte genutzt werden. Sie kann auch in Etappen ausgezahlt werden. Dieser Verantwortung sollten sich die Arbeitgeber stellen, so der Geschäftsführer der NGG-Region Unterfranken, Ibo Ocak.

Es gehe dabei immerhin um effektive Einmalzahlungen, für die keine Steuern und Abgaben fällig werden – also keine Lohnsteuer, keine Abzüge für die Renten-,
Kranken-, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung.

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Wichtig sei, dass es sich bei der Inflationsausgleichsprämie nicht um einen Ersatzlohn handele: „Für den fairen Lohn setzen sich die Gewerkschaften in Tarifrunden ein. Die Prämie ist eine Art finanzielles ‚Inflations-Pflaster‘, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Langfristig helfen nur fortlaufende Lohnerhöhungen, die sich an den Preisentwicklungen orientieren“, sagt Ibo Ocak.

Der Gewerkschafter kündigte Lohnforderungen von „10 plus X“ Prozent an. Azubis müssten mindestens 150 Euro mehr pro Monat bekommen. Dafür werde sich die Gewerkschaft NGG in den kommenden Wochen am Tariftisch einsetzen: „In der Back- und Süßwaren-Industrie stehen Lohnverhandlungen bevor. Ebenso in der Milch-, Obst- und Gemüseindustrie. Auch für die Beschäftigten in Brauereien wird es um ein kräftiges ‚Lohn-Update‘ gehen“, so Ocak. Von Südzucker und Hiestand über die Frankonia Schokoladenwerke bis zu Würzburger Hofbräu und Danone – die NGG habe „große Namen auf der Lebensmittelkonzern-Liste“ und stelle sich auf „ein Frühjahr mit zähem Ringen am Tariftisch“ ein.

Beschäftigte, die Unterstützung bei der Inflationsausgleichsprämie benötigen oder mehr zu den bevorstehenden Tarifrunden erfahren wollen, können sich an die NGG Unterfranken wenden: (0931) 150 86-0 | region.unterfranken@ngg.net.

Quelle: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
Region Unterfranken

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