Vergangene Woche hat eine Expertenkommission der Bundesregierung Maßnahmen zur Eindämmung der galoppierenden Gaspreise vorgeschlagen. Für das Handwerk, vor allem bestehend aus kleinen und mittleren Unternehmen, gehen die Vorschläge nicht weit genug und setzen viel zu spät an. Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken: „Die Politik muss handeln – sofort. Sonst steht die Existenz einer Vielzahl von Betrieben auf dem Spiel.”

Die galoppierenden Energiepreise sind für kleine und mittlere Handwerksunternehmen existenzbedrohend. Gerade energieintensive Betriebe, wie beispielsweise Bäckereien und Metzgereien, sind von der derzeitigen Situation stark betroffen. „Die explodierenden Energiepreise, gepaart mit steigenden Rohstoffpreisen und der ebenfalls daraus resultierenden Inflation belasten die Wirtschaftlichkeit des unterfränkischen Handwerks enorm“, weiß Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken. Das bestätigten die zahlreichen Betriebsinhaber von energieintensiven Betrieben, die zur Veranstaltung „Austausch und Impulse für energieintensives Handwerk“ am 12. Oktober 2022 in die Handwerkskammer gekommen waren. Auf einer Skala von 1 bis 10, mit dem geringen Wert 1 und dem höchsten Wert 10: „Wie hoch ist ihre Belastung?“ Das war eine Frage an die rund 30 Inhaberinnen und Inhaber von energieintensiven Betrieben, die die Handwerkskammer für Unterfranken einlud. Die Ergebnisse sprechen für sich: Werten zum heutigen Stand die Betriebe ihre Belastung mit 4, so erwarten sie in sechs Monaten eine mehr als doppelt so hohe Belastung mit der Kennziffer 8,2. Auch in der anschließenden Diskussionsrunde wurde sehr deutlich, dass die aktuelle Situation nur der Anfang eines langen, existenzbedrohenden Weges ist. Ludwig Paul: „Für die Handwerksbetriebe ist die Lage derzeit sehr diffus, belastend und es ist eine große Verunsicherung zu spüren. Die energieintensiven Betriebe gehen in eine sehr schwere Zukunft. Die Entlastungslücke bis zum Frühjahr 2023 muss unbedingt geschlossen werden: sowohl durch ein Vorziehen der Gaspreisbremse als auch durch die bereits zugesagte Erweiterung der Härtefallhilfen auch für das Handwerk.
Die entsprechenden Zuschussprogramme müssen schnellstmöglich auch für Betriebe außerhalb der Industrie geöffnet werden, die als energieintensiv gelten. Hier fordern wir als Handwerkskammer die Politik mit lauter Stimme auf, endlich schnell den Mittelstand zu unterstützen. Die angedachten Maßnahmen der Energiepreiskommission kommen deutlich zu spät und fallen für die Wirtschaft zu gering aus. Die Politik ist zu langsam. Sie muss jetzt handeln! Sofort. Für das Handwerk. Für die Wirtschaft. Für Deutschland.

Quelle: Presse Handwerkskammer Unterfranken

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