Können jetzt dank ihrer Schulung die MAKS® -Therapie zum Wohle der Pflegeheimbewohnerinnen und –bewohner einsetzen (v. l. n. r.): Michaela Zehe, Tatjana Nikolausen, Marianne Demling, Bettina Friedrich, Heike Schmitt, Astrid Lindshöft, Sigrun Rahm, Andreas Zimmermann, Ute Hecht-Friedrich, Silke Suckfüll, Sabine Wenzel-Geier (stellv. Sachgebietsleiterin des Amtes für Senioren und Menschen mit Behinderung; Leitung Pflegestützpunkt) und Birgit Ringelmann (Foto: Selina Pfülb).

Landkreis Rhön-Grabfeld setzt Preisgeld für die Weiterbildung von Pflegepersonal ein
Corona-Lockdown in Alten- und Pflegeheimen. Können Sie sich daran noch erinnern? Diese herausfordernde und belastende Zeit scheint so weit entfernt. Viele kreative Ideen und Möglichkeiten sind damals gesucht und gefunden worden um den Kontakt der Bewohnerinnen und Bewohnern mit der Außenwelt so gut es geht zu erhalten. Der Landkreis Rhön-Grabfeldhatte mit der Tabletaktion „Heimatgefühle – Kurz mal vorbeigeschaut“ dafür gesorgt, dass durch Videos und Impressionen die Welt, die auf der anderen Seite der geschlossenenEinrichtungstüre wartete, die Seniorinnen und Senioren erreichte. Für diese innovative Aktion wurde der Landkreis mit dem Deutschen Internetpreis und dem Sonderpreis Unser Soziales Bayern ausgezeichnet. Das Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro hat der Landkreis erneut zum Wohle der älteren Generation der heimischen Pflegeeinrichtungen eingesetzt. Einen Teil hat er jetzt dafür eingesetzt MAKS®-Therapeutinnen und –Therapeuten ausbilden zu lassen.
In Kooperation mit der IKK classic konnten in einer dreitägigen Schulung des Clacert-Institutsteilnehmende Pflege- und Betreuungsfachkräfte aus (teil)stationären Pflegeeinrichtungen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld weitergebildet werden. Die Teilnehmenden lernten dabei, wie sie mit regelmäßigen MAKS®-Gruppentherapieeinheiten die körperliche Aktivität, die kognitiven Ressourcen und die psychosoziale Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohnern von Einrichtungen fördern und damit deren Lebensqualität steigern. MAKS® steht dabei für die Schwerpunkte der einzelnen Module: motorisch, alltagspraktisch, kognitiv und sozial.
Das Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung der Psychiatrischen Universitätsklinik Erlangen konnte mit dieser Methode in Studien bereits belegen, dass bei leichter oder mittelschwerer Demenz während des Zeitraums der Anwendung von MAKS® die kognitiven und alltagspraktischen Fähigkeiten durchschnittlich auf dem Ausgangsniveau erhalten blieben, während sie in den Kontrollgruppen signifikant nachließen. Auch die emotionalen und Verhaltenssymptome entwickelten sich im Vergleich zu den Kontrollgruppen günstiger.
Diese Erkenntnisse wünscht man sich auch für die Teilnehmenden im Landkreis Rhön-Grabfeld.
Sabine Wenzel-Geier, die Leiterin des Pflegestützpunktes Rhön-Grabfeld und stellv. Sachgebietsleiterin des Amtes für Senioren und Menschen mit Behinderung freut sich, dass die Einrichtungsleitungen im Landkreis ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsendet haben und sich offen zeigen, für neue wissenschaftlich fundierte Angebote. Die Preisgelder für diese Schulung in Kooperation mit der IKK classic einzusetzen war eine richtige Entscheidung.
Und erste gute Nachrichten gibt es bereits, wie Silke Suckfüll vom Heimathof Simonshof in Bastheim berichtet: Die Seniorinnen und Senioren, die Teil der MAKS®-Gruppen sind, sehnen jeden einzelnen Termin herbei. Die Freude und Begeisterung während der Sitzungen ist groß. „Ich bin begeistert von MAKS®, weil es die einzige Möglichkeit ist, Demenz ohne Nebenwirkungen zu behandeln und dabei das Fortschreiten der kognitiven Einschränkungen auszubremsen“, erklärt die Dozentin von Clarcert, Birgit Ringelmann. Diesen Ansatz unterstützt auch die beteiligte Krankenkasse: „Um auf die wachsende Zahl von Demenzerkrankungen in Deutschland wirkungsvoll zu reagieren, fördert die IKK classic bereits seit mehreren Jahren die Ausbildung von MAKS®-Therapeutinnen und Therapeuten in der Pflege. Wir sehen in der nichtmedikamentösen Demenztherapie großes Potenzial, die Lebensqualität und die Alltagskompetenzen der Betroffenen zu erhalten oder zu verbessern, berichtet Sabine Tast, die im Bereich Prävention der IKK classic arbeitet.
Folgende Einrichtungen im Landkreist haben MAKS®-Therapeutinnen und -therapeuten ausgebildet:
Caritas Seniorentagespflege St. Peter, Bad Königshofen
Sozialstation St. Laurentius, Bad Neustadt
Stiftungs Alten- und Pflegeheim, Bad Neustadt
Seniorenheim St. Niklas, Mellrichstadt
Ambulanter Pflegedienst Peschke, Mellrichstadt
Pflegeheim Camillus Haus, Bastheim  
Auch nach der Schulung wollen sich die Teilnehmenden zu diesem Thema regelmäßig austauschen.

Quelle: Landkreis Rhön-Grabfeld

 

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