Soldaten der Lehrgruppe „A“ der Infanterieschule sammelten für einen im Ahrtal gelegenen Kindergarten, insgesamt 5000 Euro kamen so zusammen. Am Mittwoch, 19. Januar machten sich Major Kai Gutbier und Stabsfeldwebel Ulf Reßmeyer, beide Angehörige der III. Inspektion, auf den Weg, um die Spende an den Kindergarten „Rappelkiste“ zu übergeben.
Sichtlich erfreut nahm die Leiterin des Kindergartens, Gitta Köhler-Sieger, den Spendenscheck an. Auch die Soldaten freuten sich, dem Kindergarten helfen zu können.
Bachem – ein Ortsbezirk der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, welcher nach der Nacht des 14. Juli 2021 deutschlandweit in den Medien präsent war. Denn hier waren die Auswirkungen des Hochwassers bzw. der Flutkatastrophe von 2021 deutlich sichtbar. Auch die direkt an der Ahr gelegene Kindertagesstätte „Rappelkiste“ wurde in Teilen durch das Wasser zerstört.
„Die Wassermassen haben den Kindergarten nicht verschont“, so die Leiterin der städtischen „Rappelkiste“ Frau Gitta Köhler-Sieger, „unter anderem hat sie unseren gesamten Außenbereich, die Turnhalle, verschiedene Material und Gruppenräume inklusive des dort gelagerten Spielmaterials weggespült.“
Damit auch der fast tägliche Treffpunkt der „Schmetterlinge“, „Hasen“, „Mäuse“, „Bären“ und „Wölfe“, wie die Kindergartengruppen heißen. Denn die Betreuungseinrichtung, die rund 100 Kindern in den jungen Jahren ihres Lebens begleitet, musste über Nacht umdenken. Benachbarte Kindertagesstätten, unter selbiger Trägerschaft, übernahmen zunächst die Notbetreuung der Kinder, welche nicht zuhause bleiben konnten. Später wurde auch das „alte Schulgebäude“ der Stadt genutzt, um einen adäquaten Raum für die Betreuung zu schaffen. Sachspenden aus ganz Deutschland halfen die Kinder zu beschäftigen, während die Erwachsenen mit den Aufräumarbeiten beschäftigt waren.
Mitunter hat die mediale Präsenz des Umweltereignisses zu einer hohen Solidarität der deutschen Bevölkerung mit den regional Betroffenen Menschen geführt.
„Auch jetzt, rund sechs Monate später, ist die Spenden und Hilfsbereitschaft ungebrochen hoch. Leider können wir, aufgrund der Hygieneauflagen der COVID-19 Pandemie sowie hoher Sicherheitsstandards denen wir als städtische Einrichtung unterliegen, nicht jede Hilfe – wie beispielweise Unterstützung durch „Heimwerker“ oder Materialspenden- annehmen. Daher reichen die zur Verfügung stehenden Gelder oft nicht aus“, so Frau Köhler-Sieger. „Als ich im Dezember den Anruf von Herrn Stabsfeldwebel Reßmeyer aus Hammelburg erhielt, und von der Spendensammlung erfuhr, war ich daher sehr positiv überrascht. Damit haben wir nicht gerechnet. Toll!“.
Stabsfeldwebel Ulf Reßmeyer leistet seinen Dienst in der Infanterieschule im bayrischen Hammelburg. Er ist einer der sogenannte „Spieße“ der Ausbildungsreinrichtung und wird ist unter anderem für die Fürsorge und Betreuung der Soldat*innen seiner Einheit verantwortlich. Zusammen mit seinen Kameraden derer Einheiten, die mit der Ausbildung des militärischen Führernachwuchses der Infanterie betraut sind, hat er in der Weihnachtszeit eine Tombula veranstaltet. „Wir bilden in unserer Lehrgruppe A, im Schwerpunkt, den Führungsnachwuchs der Infanterie aus und weiter. Ein übergreifender und wesentlicher Bestandteil dieser Ausbildung ist die Vermittlung von Werten und Normen eines militärischen Führers. Gemäß den Prinzipen „Führen von Vorne“ und „Pflicht zur Fürsorge des anvertrauten Personals“ haben wir uns selbst in die Pflicht genommen und dieses soziale Projekt, mit Unterstützung der Militärseelsorge Hammelburg, auf die Beine gestellt“, erklärt der sichtlich stolze Fallschirmjägerfeldwebel.
„Ziel ist es, mit der Spendensumme dazu beitragen zu können, dass die Kinder der „Rappelkiste“ wieder einen Raum bekommen, in dem sie sich entwickeln können“, ergänzte Stabsfeldwebel Reßmeyer sichtlich emotional bei der Übergabe des Spendenschecks, welcher selbst Familienvater ist.
Wofür die Summe des Spendengeldes verwendet wird, kann Frau Köhler-Sieger derzeit noch nicht genau sagen. Die Liste des Handlungsbedarfs scheint jedoch unendlich: Ersatz der behelfsmäßigen Heizung, neue Fenster, Einrichtungen, Baumaterial, usw. um nur einige zu nennen.
„Jedoch haben wir auch schon einiges geschafft. Erst kürzlich konnten wir die Restauration unseres Bauwagens abschließen. Dieser ist die infrastrukturelle Grundlage unserer Waldkindergartengruppe: Die Wölfe“, fügte die Leiterin der „Rappelkiste“ hinzu.

Quelle: Bundeswehr Hammelburg

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