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Landkreis Main-Spessart

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Polizeibericht, Gerolzhofen, Ebern, Schweinfurt, Bad Kissingen, Haßfurt, Bad Neustadt, Main-Rhön
Symbolfoto © Christian Licha

Verkehrsunfallstatistik 2017 für Landkreis Main-Spessart (ohne Autobahnen)

Nach letztjährigem leichten Rückgang im Jahr 2017 wieder ein Anstieg der Unfallzahlen
Bei verschiedenen Risikogruppen erfreuliche Rückgänge.
Weniger erfreuliche Zahlen bei den Alkohol-, Drogen- und Wildunfällen.

Im abgelaufenen Jahr 2017 wurden insgesamt 3.716 Verkehrsunfälle (Vorjahr 3.467 – Zahlen in Klammern) von den 4 Landkreisdienststellen bearbeitet, was nach dem letztjährigen Rückgang mit 2% wieder einen Anstieg um 7,12% bedeutet. Bei den sogenannten Kleinunfällen wurde gar eine Zunahme von 13,77% verzeichnet.
Insgesamt betrachtet stehen die diesjährigen Zahlen mit den unterfränkischen (+1,9%) und bayernweiten (+1,7%) Zahlen im Großen und Ganzen im Einklang.

Die Unfälle mit Personenschäden stiegen nach dem vorjährigen Rückgang um 9,48 % von 411 auf 450 (+9,48%). Dabei wurden 470 (430) Verkehrsteilnehmer leicht aber auch 133 (124) schwer verletzt. Bei den Getöteten ist; genauso wie im Jahr 2015, mit 4 (6) Toten abermals ein historischer Tiefstand zu verzeichnen. Allerdings sind 3 Tote aus der Gruppe der sog. Senioren.

Unerfreulich war die sehr starke Zunahme bei den Alkohol- 36 (20) und Drogenunfällen 7 (3). Insgesamt wurden dabei 21 (11) Personen verletzt.

Nach dem letztjährigen Anstieg mit fast 13% bei den 602 (629) sogenannten Unfallfluchten wurde wieder ein leichter Rückgang von 3,29% verzeichnet. Die Aufklärungsquote betrug erfreuliche 37,54 % (32,54%).

Die Zahl der Schulwegunfälle stieg von 3 auf 4 mit ebenso vielen verletzten Schülern wie im Jahr 2016. Hier gilt auch weiterhin der besondere Dank an die vielen Schülerlosten, ehrenamtlichen Schulweghelfer/-innen und Verkehrserzieher der beiden Jugendverkehrsschulen in Lohr und Karlstadt.

Risikogruppen:

Junge Erwachsene (18 – 24 Jahre)
Nach dem letztjährigen Anstieg mit 10,23% wurde hier wieder ein Rückgang um 7,10% festgestellt.

Die Beteiligung aus dieser Gruppe bei den sog. schweren Unfällen und Unfällen mit Personenschaden fiel von 323 auf 300. 192 (195) Mal waren sie Alleinverursacher. Insgesamt wurden 1 (2) Personen getötet und 205 (190) verletzt. Hauptunfallursachen waren weiterhin nicht angepasste Geschwindigkeit 59 (59) und Vorfahrtsverletzung 24 (28). 6 (4) Mal waren Alkohol und 1 (1)mal Drogen im Spiel.

Senioren (65 Jahre und älter)
Nachdem diese Gruppe im Jahr 2016 eine sehr starke Zunahme mit 35,32% bei der allgemeinen Beteiligung verzeichnete, sanken die Zahlen um 13,80% von 295 auf 256 Unfälle.

164 (195) Mal waren Senioren Alleinverursacher. 2 Personen wurden getötet und die Zahl bei allen Verletzten stieg von 131 auf 135. Hauptunfallursachen waren abermals (sinkend) Vorfahrtsverletzung 39 (53) und (ebenso sinkend) Fehler beim Abbiegen und Wenden 32 (44). Eine Steigerung ergab sich bei den verletzten Pkw-Führern mit 32 (28) während mit 13 (18) Fußgängern wieder rückläufig Verletzte gezählt wurden.

Motorisierte Zweiradfahrer
Auch bei dieser Gruppe ergaben sich erfreulich sinkende Zahlen mit einem Rückgang von 12,62% (+25,60%).

Insgesamt ereigneten sich 2017 im Landkreis 90 (103) Verkehrsunfälle mit Krad-Beteiligung. Circa 2 Drittel davon waren außerorts. 49 (66) Unfälle wurden von den Kradbenutzern; davon 32 alleinbeteiligt, selbst verursacht und insgesamt 80 (87) Fahrer und 3 (7) Mitfahrer verletzt sowie keiner (1) getötet. Bei den Hauptunfallursachen stehen weiterhin 18 (19)mal nicht angepasste Geschwindigkeit an erster Stelle. Außerdem andere Fehler 10 (15)mal wie z.B. Unachtsamkeit. 2mal (1mal) war Alkoholbeeinflussung Unfallursache. Auffällig ist nach wie vor, dass sich die Unfälle hauptsächlich am Wochenende (Samstag und Sonntag) sowie in den späten Nachmittag- und frühen Abendstunden ereignen.

Radfahrer
Hier stiegen die Unfälle um 10,40% von 67 auf 74 an. 66 (61) Fahrradführer/-innen wurden insgesamt dabei verletzt. Allein schon um bei einem Sturz insbesondere schwerste Kopfverletzungen zu verhüten wird das Tragen eines Schutzhelms als unabdingbar angesehen und propagiert.

Fußgänger
Nach dem deutlich starken Anstieg 2016 mit 82,60% war im abgelaufenen Jahr nur noch 7,10% Zuwachs verzeichnet.
Bei der schwächsten Gruppe unter allen Verkehrsteilnehmern wurden dabei 38 (35) verletzt und einer (0) getötet.

Sonstiges:
Wildunfälle
Nach einem Rückgang mit zuletzt 1.090 Wildunfällen stieg die Zahl wieder relativ stark an. Bei 1.257 Wildunfällen die ca. 2/3 aller Kleinunfälle ausmachen wurden im abgelaufenen Jahr 2 (0) Personen schwer und 5 (11) leicht verletzt.
Den größten Anteil hielten weiterhin Reh- 875 (769) und Schwarzwild mit 176 (130) Tieren.

Unfallgeschehen allgemein
Das Unfallgeschehen verteilte sich mit ca. 531 Unfällen im Wochentageschnitt nach wie vor in etwa gleichmäßig über die gesamte Woche. Samstag 452 (405) und Sonntag 348 (348) war es deutlich ruhiger. Die Wildunfälle ereigneten sich überwiegend in der Zeit ab 18.00 Uhr bis darauffolgenden Tag 08.00 Uhr. Spitzenzeiten dabei zwischen 22.00 und 24 Uhr sowie 06.00 bis 08.00 Uhr.

Unfallschwerpunkte im Landkreis
Hier waren insgesamt 8 (6) überwiegend außerörtliche Streckenabschnitte im Dienstbereich der PI Marktheidenfeld und Karlstadt auffällig.

Bis zur Fahrbahnerneuerung und anschließender Verkehrsfreigabe am 18.08.17 ereigneten sich auf der Staatstraße 2438 zwischen den Karlstadter Stadtteilen Mühlbach und Stadelhofen auf der bekannten kurvenreichen Strecke auf einer Länge von 1 km hauptsächlich talwärts noch insgesamt 8 (15) Unfälle. 7 (9) davon waren sog. Fahrunfälle. 1 (1) Person wurde schwer- und 3 (2) leichtverletzt.

Ebenso häufig krachte es auf der B 8 zwischen Erlenbach bei Marktheidenfeld und der sog. Tiefenthaler Höhe im Kurvenbereich der Bergstrecke. Hier ereigneten sich auf 630 Meter Streckenlänge 7 sogenannte Fahrunfälle und 14 Kleinunfälle. Die nahezu ausnahmslos alleinbeteiligten Verursacher gerieten hier überwiegend in Ri. Marktheidenfeld von der Fahrbahn ab bzw. prallten gegen die Leitplanke. Bilanz: 1 Schwer- und 6 Leichtverletzte.

Eine weitere auffällige Örtlichkeit war auf der Staatsstr. 2299 zwischen Billingshausen und Zellingen im westlichen Bereich des Waldgebietes. Hier kam es innerhalb einem Kilometer zu insgesamt 5 sogenannten Längsunfällen mit insgesamt 14 Leichtverletzten. Bei diesen Unfällen waren hauptsächlich Kleintransporter, Lkw sowie ein Bus beteiligt.

Innerorts ereigneten sich in Arnstein, im Kreuzungsbereich von B 26/Staatsstr. 2277/Staatsstr. 2294 (Grabenstr./Marktstr./Schweinfurter Str./Würzburger Str.) insgesamt 10 Unfälle; davon 5 Vorfahrtsunfälle mit insgesamt 4 Leichtverletzten.

Weiterhin krachte es noch an der tagsüber ampelgeregelten Kreuzung Baumhofstr./Äußerer Ring in Marktheidenfeld 12mal. Bei 8 Vorfahrts- und 4 Abbiegeunfällen wurden insgesamt 1 Person schwer und 5 leicht verletzt.

Zusammenfassung
Im Ergebnis wird die Unfallentwicklung im Jahre 2017 im Landkreis Main-Spessart aus polizeilicher Sicht im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt weiterhin als relativ konstant aber dennoch verhalten angesehen. Nach wie vor bedarf es weiterhin den Focus verstärkt auf Geschwindigkeitsüberwachungen im Bereich von gefährlichen Streckenabschnitten sowie Gurt und Handybenutzung zu richten, um der immer noch viel zu hohen Zahl im Landkreis wirksam und nachhaltig entgegenzuwirken.