Volkach Ein Brand auf einem Schiff gehört glücklicherweise zu den Ereignissen, die sich extrem selten in unserem Schutzbereich ereignen. Dennoch müssen auch dort die Feuerwehren vorbereitet sein, um den abwehrenden Brandschutz, sowie die Menschenrettung gewährleisten können.
Die erste Monatsübung im Juli beschäftigte sich nun genau mit solch einem Szenario. Auf dem Ausflugsschiff Undine war ein Brand ausgebrochen und infolgedessen wurden mehrere Menschen vermisst. Doch bevor die Einsatzübung vonstattenging, gab Daniel Scheller von der Stammheimer Feuerwehr zu aller erst eine kurze Einweisung für alle Beteiligten auf die Besonderheiten bei der Schiffsbrandbekämpfung. So ist die Logistik eines der zentralen Knackpunkte, denn bei einem normalen Gebäudebrand wird das Material einfach aus dem Löschfahrzeug entnommen. Ändert sich die Lage oder hat man etwas vergessen, kann man jederzeit weiteres Material entnehmen. Beim Schiffsbrand hingegen muss das Material erst auf das Boot geladen und dann zum brennenden Schiff gefahren werden. Dies erfordert bei den Führungskräften als auch bei der Mannschaft höchste Konzentration, denn hat man einen Gegenstand nicht von Anfang an mitgenommen, muss man entweder drauf verzichten oder aufwendig mit dem Boot zurück fahren. Ein Umstand, der im Einsatz enorm viel Zeit und Kapazität in Anspruch nehmen würde. Nachdem die Theorie beendet war, wurde der Einsatz gemeinsam abgearbeitet. Das Katastrophenschutzboot des Landkreises, welches durch das THW Kitzingen betrieben wird, wurde mit einer Tragkraftspitze ausgestattet und kümmerte sich am Schiff um eine ausreichende Wasserversorgung. Parallel dazu setzten die Feuerwehrboote aus Stammheim und Volkach insgesamt 12 Atemschutzgeräteträger über. Doch die sommerlichen Temperaturen und die Sonne sorgten dafür, dass die Atemschutzgeräteträger schon nassgeschwitzt am Übungsobjekt ankamen, noch bevor die eigentliche Arbeit erst los ging. Während sich die Stammheim Feuerwehr um die Brandbekämpfung im Maschinenraum kümmerte, suchten die Volkacher die vermissten Personen auf den oberen Decks. Sobald die Atemschutztrupps Personen im dichten Rauch gefunden hatten, wurden diese ins Freie gebracht und den Bereitstehenden Wasserwachtbooten übergeben. Das THW rettete einen Verletzen auf dem Dach des benachbarten Schiffes Franconia. Nach gut eineinhalb Stunden waren alle Personen gerettet und das fiktive Feuer gelöscht. Im Anschluss wurde noch ein angenommener Schaumeinsatz gefahren, sodass die für die Logistik zuständigen Boote das komplette Equipment für einen Schaumeinsatz an das Schiff bringen mussten. Während des Einsatzes lieferte der Drohnentrupp des THW wie gewohnt sehr informatives Bildmaterial, welches der Einsatzleitung enorm geholfen hat. Nachdem alle Einsatzmittel zurückgebaut und die Boote aus dem Wasser geholt waren, gab es mit allen Beteiligten eine kurze Feedbackrunde. Dabei zogen alle ein positives Fazit. Zwar gab es natürlich Anregungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge, waren alle Beteiligten dennoch sehr zufrieden mit der Arbeit der Einsatzkräfte. Alles in allem waren an der Übung knapp 70 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und Wasserwacht mit sieben Boote beteiligt. Für eine realistische Darstellung wurden Teile des Schiffes komplett vernebelt, sowie Mimen und Puppen versteckt. Die Volkacher Feuerwehr bedankt sich bei allen Beteiligten, sowie bei der Rederei der MS Undine für die Übungsmöglichkeit.

Quelle: Freiwillige Feuerwehr Stadt Volkach 

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