Stadtrat verabschiedet städtische Corona-Hilfsprogramme für freie Künstler*innen und Kultureinrichtungen

Das im Kulturausschuss am 24. März 2021 vorgestellte Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Würzburger freien Künstlerinnen, Künstler und Kultureinrichtungen zur Bewältigung der Corona-Krise wurde nun in der Stadtratssitzung am 22. April verabschiedet. Weitere Informationen und Antragsunterlagen für die verschiedenen Förderprogramme sind ab sofort auf www.wuerzburg.de/kulturfoerderung zu finden.
Das in den Haushaltsberatungen im November letzten Jahres genehmigte Corona-Budget für die Kultur in Höhe von 450.000 Euro verteilt sich damit auf die folgenden Förderprogramme:
•Open-Air-Sommerprogramme „Sommerzeit Würzburg – VIELE FORMEN KULTUR“
Der Fachbereich Kultur koordiniert und fördert wie vom Stadtrat am 11.02.2021 beschlossen im Rahmen der „Sommerzeit Würzburg“ vielfältige Open-Air-Initiativen und Festivals. Fördermittel in Höhe von 180.000 € sind bereits zur Vorbereitung und Planung zahlreicher Open-Air-Veranstaltungen freier Künstlerinnen, Künstler und Kultureinrichtungen ausbezahlt worden. Unter www.wuerzburg.de/sommerzeit wird unter Koordination des Fachbereiches Kultur ab Ende April das Veranstaltungsprogramm der „Sommerzeit Würzburg“ gebündelt beworben.

•„Nothilfefonds“ für nicht-städtische Kulturinstitutionen
Für viele nicht-städtische Kulturinstitutionen ist derzeit nicht absehbar, ob und wie weit die Förderprogramme des Freistaates und des Bundes auskömmlich sein werden. Um die Existenz der Einrichtungen möglichst zu sichern, wird für direkte Zuschüsse, aber auch Mieterlasse oder ähnliches, ein Nothilfefond in Höhe von 30.000 € bis 80.000 € eingerichtet.

•Mietzuschüsse für Chöre, Orchester, Ensembles und Kulturvereine
Chöre, Orchester, Ensembles aller Sparten oder Vereine haben zum Teil seit vielen Monaten keine Möglichkeit mehr, in ihren üblichen Räumen zu proben und zu arbeiten, da diese die erforderlichen Hygienestandards nicht erfüllen. Um den Probebetrieb durch die Anmietung größerer Räume zu ermöglichen, wird ein Etat von 5.000 € bis 20.000 € bereitgestellt.

•Arbeitsstipendien für Einzelkünstlerinnen und Einzelkünstler
Hauptberuflich freischaffende Künstlerinnen und -künstlerwerden in ihrer Arbeit seit Beginn der Pandemie stark eingeschränkt und müssen auf wesentliche Einkünfte verzichten. Als Ergänzung der allgemeinen Projektförderung und der Stipendien des Freistaats wird mit der Vergabe von vier sechsmonatigen Arbeitsstipendien in Höhe von je 6.000 € qualitativ herausragenden Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten Unterstützung für eine Neustart-Perspektive gegeben.

•Themenspezifische Kooperations-Stipendien
Über halb- bis ganzjährige Stipendien werden Kunstschaffende, Kulturakteure und Kultureinrichtungen während ihrer Post-Corona-Neustart-Phase dabei unterstützt, in transdisziplinären und kooperativen Netzwerken und Partnerschaften zu experimentieren, wie Kunst und Kultur sinnvolle Beiträge für die gemeinwohlorientierte und nachhaltige gesellschaftliche Transformation leisten können: im Stadtteil, gesamtstädtisch oder überregional; mit Partnern wie Sozial- oder Bildungsakteuren, der Wissenschaft, zivilgesellschaftlichen Initiativen.
Die Entwicklungsprojekte sollen in einem oder mehreren der folgenden Bereiche angesiedelt sein:
◦Kulturelle Teilhabe und Kulturelle Bildung
◦Stadtteilkultur und gesellschaftlicher Zusammenhalt
◦Digitalität und digitale Transformation
◦Klimagerechtigkeit, Diversität, Inklusion, Integration

In einem ersten Jury-Auswahlschritt werden sieben Projektskizzen mit je 3.000 € gefördert, um differenzierte Detailkonzepte zu entwickeln.
Anschließend werden vier Projektteams ausgewählt, die zur halb- bis einjährigen Umsetzung ihrer Projektidee mit je 10.000 € gefördert werden.

•Ausbau der Nachhaltigkeitsorientierung im Rahmen des „Würzburger Bündnis KlimaKultur“
Um die anspruchsvollen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und die Klimaziele der Stadt Würzburg einzulösen, ist auch der Kulturbereich gefordert, mit dem Neustart mehr Verantwortung für eine klimagerechte und nachhaltige und gemeinwohlorientierte Kulturarbeit zu übernehmen.
Alle städtischen Kultureinrichtungen und der Dachverband Freier Kulturträger haben hierzu das „Würzburger Bündnis KlimaKultur“ gegründet, das Kulturreferat ist Partner im bundesweiten Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien.  Gemeinsam soll die Kompetenz erweitert, Handlungsoptionen ausgelotet und Klimaziele entwickelt und umgesetzt werden. Im laufenden Jahr wird ein Schwerpunkt auf Kompetenzentwicklung und Fortbildung liegen.   Hierfür werden bis zu 15.000 € bereitgestellt.

•Prämien für Live-Musik-Konzepte in Würzburger Spielstätten und Musikclubs
Die Auftragslage für Musikerinnen und Musiker, aber auch für Veranstaltungsfirmen, DJs und Tontechnikerinnen und Tontechniker ist nach wie vor schwierig, bzw. kaum vorhanden. Um einen Neustart der Spielstätten und Musikclubs zu stützen und den Betreibern zugleich einen Anreiz zu bieten, wieder ein hochkarätiges Musikprogramm aufzunehmen, wird für Spielstätten und Musikclubs eine Live-Musikprogramm-Prämie eingerichtet. Diese wird für herausragende Programme durch eine Jury vergeben. Kriterien für die Prämierung sind die nachgewiesene Qualität und Anzahl der Live-Musik. Die Anzahl der Prämien ist nicht festgelegt, Prämien werden  je nach Qualität und Programmumfang in Höhe von 2.000 € bis maximal 15.000 €  vergeben.

•Erhöhung der allgemeinen kulturellen Projektförderung
Bereits im letzten Jahr war die allgemeine städtische Projektförderung ein gutes Mittel, um flexible, kurzfristige, konstruktive und kreative Lösungen der Würzburger Kulturakteure zu fördern. Mit einer Erhöhung der Projektförderungsmittel um bis zu 100.000 €, sollen  Kunst- und Kulturschaffende sowie die kulturelle Infrastruktur gestärkt und ein  – wenn auch eingeschränktes – kulturelles Leben ermöglicht werden. Insbesondere kurzfristig angelegte Projekte und Kleinveranstaltungen sollen so eine Realisierungschance erhalten.

Nähere Informationen zu den Antrags- und Bewerbungsverfahren der verschiedenen Programme sind unter www.wuerzburg.de/kulturfoerderungzu finden. Das Team des Fachbereichs Kultur der Stadt Würzburg bietet zudem am Montag, 26. April um 17 Uhr ein Online Seminar zur Vorstellung der einzelnen Förderprogramme an und beantwortet Fragen zur Antragsstellung. Zugangsdaten stehen entweder auf der Facebook-Seite des Dachverbands, oder können per Mail an post@dachverband-wuerzburg.de angefordert werden.

Quelle: Stadt Würzburg