Stefan Knöss erläutert der Managerin der Öko-Modellregion die Handhabung der Brutraumrähmchen mit Mittelwand im Zadant-System © Volker Gunzenheimer

Was macht eine Öko-Modellregion aus? Die Menschen vor Ort! Eine Aufgabe des Projektmanagements der Öko-Modellregion ist es daher innovative, unternehmerische Menschen, die biologisch wirtschaften oder sich in diese Richtung entwickeln wollen, bei Bedarf zu unterstützen. Menschen wie zum Beispiel Bio-Imker Stefan Knöss aus Hausen in der Rhön. Bei einem Besuch Vor-Ort ließ sich Fr. Dr. Hamacher, Projektmanagerin der ÖKo-ModellregionRhön-Grabfeld, die Bio-Imkerei und die Bio-Streuobstflächen zeigen. Stefan Knöss ist ein Beispiel für Menschen im Landkreis, die sich „einfach so“, aus eigener Motivation für den Erhalt unserer Natur und für Bio einsetzen. Die Faszination für Bienen begleite ihn schon von Kindheit an – ausgelöst durch einen damaligen Nachbarn. Und die Äpfel waren eben da, so Knöss. Die Pflege seiner Streuobstbestände sei für ihn selbstverständlich. Seine Bäume werden nicht nur fachgerecht geschnitten, sondern auch entsprechende Nachpflanzungen vorgenommen. Streuobstwiesen gestalten nicht nur unsere abwechslungsreiche Kulturlandschaft, sondern zählen auch zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. So tragen sie zum Erhalt der Biodiversität bei. Sie bieten nicht nur Bienen und vielen weiteren Insekten Lebensraum und ein reichhaltiges Futterangebot. Gleichzeitig profitieren die Bäume von der Bestäubungsarbeit der Bienen.
Sowohl die Streuobstwiese als auch die Imkerei von Stefan Knöss werden jährlich über die ÖKOP-Zertifizierungsstelle Bio zertifiziert. Die Bio-Zertifizierung bietet sich bei den extensiv bewirtschafteten Streuobstflächen geradezu an. „Wenn schon, dann richtig, so erklärt Knössseine Entscheidung zu Bio. Wer mit der Imkerei anfangen möchte sollte sich gleich Bio zertifizieren lassen, so Knöss. Denn so konnte die komplette Bienenhaltung und Honiggewinnung von Anfang an nach den Bio-Kriterien ausgerichtet werden. Eine Umstellung vorhandener Beuten etc. entfiel. So dürften die Beuten zum Beispiel nur aus Holz und nicht aus Styropor bestehen. Für seine Bienen verwendet er nur Wachs aus dem eigenem Wachskreislauf oder zertifiziertes Bio-Wachs. „Was ich gerne mag, da investiere ich auch!“ Dass die Natur und die Tiere ihm am Herzen liegen merkt man auch. Und dies gibt er auch weiter: Bei Führungen für Kindergärten, Imkerkursen für Anfänger oder seinem Rhöner Honigfarm-Fest. Damit tut er genau das, wofür auch die Öko-Modellregion steht: Die Natur, ökologische Lebensmittel und deren Herstellung den Menschen (wieder) näher zu bringen. Es sei wichtig, dass dieses Engagement auch wertgeschätzt wird – sei es zum Beispiel durch einen Besuch vor Ort. Sich Zeit nehmen, den Menschen zuhören, sei ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit als Managerin der Öko-Modellregion, so Frau Dr. Hamacher. Denn nur gemeinsam sei das Ziel der Landesregierung 30% Bio auch umzusetzen. Dazu brauche es engagierte Menschen, in der Erzeugung, der Verarbeitung und einen bewussten Konsum, so die Managerin. Und in Rhön-Grabfeld sehe sie hier viel Potenzial. Im Landkreis werden inzwischen 18% der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. Ein klarer Vorsprung: Bayernweit liegt der Anteil der Öko-Fläche bei 13 % und deutschlandweit bei 11%. Auch viele Kindergärten und Kitas setzen bei der Verpflegung der Kinder schon auf regionale Bio-Produkte. Und dann eben Menschen, die sich privat oder beruflich engagieren oder die sich nach Feierabend noch zusammensetzen, um zum Beispiel über eine Stärkung des regionalen Bio-Angebots zu diskutieren.

Quelle: Landkreis Rhön-Grabfeld

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