Im Bild: Waldpädagoge Harald Spiegel vom AELF im grünen Klassenzimmer Reichmannshausen mit einer Grundschulklasse aus Werneck. Zusammen mit zwei Anwärternfür den gehobenen Dienst als Förster, vermittelt er der Schulklasse Fachwissen über das Ökosystem Wald und bringt es den Kindern spielerisch auch emotional näher, um für dessen Bedürfnisse und eine naturnahe, nachhaltige Wirtschaftsweise zu sensibilisieren. Der Film zeigt die „Spiegelraupe“, ein erlebnispädagogische Element zur Anregung eines Perspektivwechsels. ©Kathrin Ort, Grundschule Werneck

Der Wald ist Bayerns grüne Lunge und der wichtigste Klimaspeicher überhaupt. Denn die Bäume, die hier wachsen, entziehen der Atmosphäre jedes Jahr rund 27 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 und speichern es im Holz. Gleichzeitig ist der Wald Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten, schützt Siedlungen und Infrastruktur vor Naturgefahren oder liefert den klimafreundlichen und regionalen Öko-Rohstoff Holz. All dies leisten unsere Wälder aber nur mit klimatoleranten Baumarten. Welche sind das und wie sieht unser Wald in Zukunft aus? Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schweinfurt hat Musterbestände ausgewählt, die Ihnen anschauliche Beispiele geben.
In ganz Bayern verursacht der Klimawandel zunehmend Schäden in den Wäldern.
Im Landkreis Haßberge beträgt der Nadelholzanteil etwa 50%, im Landkreis Schweinfurt gibt es zahlreiche ehemalige Eichenmittelwälder auf schwierigen Standorten. Langanhaltende Trockenperioden, zunehmende Hitze und Extremwetterereignisse schwächen die Bäume und machen sie anfälliger für Schadinsekten wie beispielsweise Borkenkäfer und Schwammspinner. Selbst unsere Hauptbaumarten Fichte, Kiefer und Buche kommen – besonders im Reinbestand – zunehmend an ihre ökologischen Grenzen. Daher ist es wichtig, die Waldbestände möglichst frühzeitig an die sich ändernden Klimabedingungen anzupassen.
Wie sehen zukunftsfähige Wälder aus?
Hier in der Region setzt die Forstverwaltung auf etablierte heimische und klimastabileBaumarten wie z. B. Stiel- oder Traubeneiche, Weißtanne, Elsbeere, Speierling, Vogelkirsche. Ergänzt werden diese durch bisher seltene heimische Arten und in kleinerer Anzahl auch klimaresistente Arten aus anderen Ländern. Schauen Sie gerne mal in unseren ausgewiesenen Musterbetänden um.
Eine wichtige Hilfestellung bei dieser schwierigen und wegweisenden Entscheidung bietet seit kurzem der sogenannte „Digitale Baumexperte“. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer können sich damit online (www.waldbesitzer-portal.bayern.de/015004/index.php) einen erstenÜberblick verschaffen, welche Baumarten sich in bestimmten Regionen (Wuchsbezirke) für den Anbau eignen oder nicht. Für die Landkreise Schweinfurt und Hassberge, die durch das AELF Schweinfurt betreut werden, sind die Wuchsbezirke Nördliche und Südliche Fränkische Platte, Hassberge, Steigerwald, Itz-Baunach-Hügelland, usw. einschlägig. Zusätzlich bieten Steckbriefe ausführliche Informationen zu den jeweiligen Baumarten. Eine umfassende, fundierte und kostenfreie Beratung bieten Ihnen weiterhin die Försterinnen und Förster der Bayerischen Forstverwaltung Ihres AELF Schweinfurt. Ihren zuständigen Ansprechpartner finden Sie unter www.foersterfinder.de.

Quelle: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt

Werbung
Vorheriger ArtikelBaden und Schwimmen im Main „schön“, aber gefährlich – Brennpunkt Brücken, Schleusen und Wehre
Nächster ArtikelBad Brückenau: 7 Tonnen zu viel im Laderaum