HASSFURT – Nur noch leblos konnte eine Frau am Donnerstagnachmittag in Haßfurt aus dem Main geborgen werden. Die näheren Umstände, die zum Tod der älteren Dame geführt haben sowie ihre Identität sind bislang unklar. Wie das Polizeipräsidium Würzburg auf Anfrage mitteilte, ist von einem Fremdverschulden aktuell nicht auszugehen. Ebenso wenig kann derzeit ein Unglückfall ausgeschlossen werden. Die Kriminalpolizei Schweinfurt hat die weiteren Ermittlungen übernommen.
Wie die Polizei vor Ort mitteilte, hatte die Besatzung eines Güterschiffes, die auf dem Main zwischen Haßfurt und Knetzgau flussaufwärts unterwegs war, gegen 13:00 Uhr einen leblos auf dem Wasser treibenden Körper entdeckt und einen Notruf abgesetzt. Daraufhin wurden seitens der Integrierten Leitstelle (ILS) Schweinfurt nach einem vorgegebenen Alarmplan unter dem Stichwort „Person in Wassernot“ neben einem Rettungswagen und Notarzt auch verschiedene Wasserrettungseinheiten der BRK-Wasserwacht und der DLRG alarmiert, ebenso der BRK-Einsatzleiter Rettungsdienst und der BRK-Einsatzleiter Wasserrettung sowie die Feuerwehren aus Haßfurt und Wülflingen.
Kurz nach der Alarmierung war zunächst nicht klar, in welchem Bereich bei Haßfurt genau die Person im Wasser treibt; ebenso wurde zwischenzeitlich nicht ausgeschlossen, dass es sich womöglich um ein Kind handeln könnte. Wenig später dann die Gewissheit: Die zweiköpfige Besatzung eines Kleinbootes des Wasser- und Schifffahrtsamtes, das am Main mit Arbeiten beschäftigt war, wurde auf den Körper aufmerksam, sicherte die Person und brachte sie in Höhe des Campingplatzes am Naturfreundehauses Haßfurt an eine Anlegestelle, wo Notarzt und Rettungsdienst nur noch den Tod der Frau im Rentenalter feststellen konnten.
Neben einem Rettungswagen aus Haßfurt und einem Notarzt war seitens der BRK-Wasserwacht die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Wasserrettung der Ortsgruppen Haßfurt, Eltmann und Sand-Zeil mit Rettungsbooten alarmiert worden. Ebenfalls kam die DLRG Schweinfurt und Schonungen mit einem Boot zum Einsatz. Die Feuerwehren aus Haßfurt und Wülflingen waren mit insgesamt drei Booten angerückt.

Das Großaufgebot mit insgesamt rund 60 Einsatzkräften von Rettungsdienst, Wasserwacht, DLRG, Feuerwehr, der Polizeiinspektion Haßfurt sowie der Wasserschutzpolizei Schweinfurt war notwendig, da man vor dem Auffinden der Person davon ausgehen musste, dass sich der Einsatz über eine längere Zeit hinziehen könnte und der Main zwischen Wülflingen und Knetzgau inklusive der bewachsenen Uferbereiche auf mehreren Kilometern gegebenenfalls aufwendig nach der Person abgesucht werden müsste. Dabei wären neben den Rettungsbooten von Wasserrettungseinheiten und Feuerwehr möglicherweise auch Taucher der Wasserwacht zum Einsatz gekommen. Der Main fließt von Ost nach West, also von Bamberg kommend in Richtung Schweinfurt.

Durch das rasche Auffinden der im Wasser treibenden Person konnte ein größerer Einsatz schließlich abgewendet werden. Einige Einheiten konnten noch auf der Anfahrt abdrehen.
Das Einsatzgeschehen spielte sich in unmittelbarer Nähe des Naturfreundehauses Haßfurt ab, das am Mittag gut besucht war. Zahlreiche Gäste saßen im bewirtschafteten Außenbereich. Zeitweise wurde der Bereich an der Anlagestelle abgesperrt, so dass einige Wohnmobilisten vorübergehend nicht zu ihren auf dem Campingplatz abgestellten Fahrzeugen zurückkehren konnten.
Notfallseelsorger Manfred Griebel aus Haßfurt wurde von der ILS an den Ort des Geschehens gerufen. Er unterstützte die Beteiligten und Einsatzkräfte im Rahmen der Krisenintervention.
Die genauen Hintergründe, die zum Tod der älteren Frau geführt haben, sind nun Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen. In diesem Zuge wird ebenso versucht herauszufinden, wo und wann die Dame in den Main gelangte.

 Quelle: BRK Kreisverband Haßberge

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