Bild: Zu den Pflegezonen zählen vor allem die wertvollen Wiesen und Weiden in der Rhön. / Foto: Arnulf Müller
Rhön, 15.06.2022 Die aus Nordamerika eingeschleppte Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus) ist in der Rhön trotz jahrzehntelanger Bekämpfungsmaßnahmen noch immer ein Problem. Die hübsch lila blühende Pflanze, die mit ihren besonderen Wurzeln Stickstoff im Boden anreichert und damit die typischen Arten der mageren Rhöner Bergwiesen wie Trollblume, Teufelskralle und Arnika verdrängt, ist nach wie vor weit verbreitet. Großflächig gegen die invasive Art vorzugehen, erfordert jedes Jahr aufs Neue jede Menge Zeit und Kraft. Die Rhönerinnen und Rhöner können in diesem Jahr mit anpacken: Am 1. Juli 2022, dem ersten länderübergreifenden Pflegezonentag im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, gibt es öffentliche Aktionen zur Entfernung der Lupine und zum gemeinsamen Bestimmen von Tier- und Pflanzenarten.
Zu dem Pflegezonentag laden die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und ihre Partner aus dem Bereich Landschaftspflege ein. Der Pflegezonentag komplettiert die Reihe der im vergangenen Jahr erstmals veranstalteten Aktionstage Kernzonentag und Entwicklungszonentag (dieser findet in diesem Jahr am 11. September statt). Die Pflegezonen umgeben die Kernzonen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, um diese von äußeren Beeinträchtigungen „abzuschirmen“. Hier geht der Mensch umsichtig mit der Natur um –  zum Beispiel für ökologisch orientierte Land- und Forstwirtschaft, Landschaftspflege, Maßnahmen zur Umweltbildung oder naturschonenden Tourismus. Viele naturnahe Wälder, aber vor allem die wunderschönen artenreichen Wiesen und Weiden der Rhön gehören zu den Pflegezonen.
Den Rhönerinnen und Rhöner diese einzigartige Vielfalt und Schönheit des Lebensraums Wiese in den Pflegezonen sichtbar zu machen und zu zeigen, wie gefährlich invasive Arten wie die Stauden-Lupine für die heimische Flora werden können, ist das Ziel an diesem 1. Juli. „Zur Landschaftspflege gehört in jedem Jahr auch die konsequente Entfernung der Lupine. In den sensiblen Schutzgebieten ist das nur mit mühsamer Handarbeit notwendig“, erklärt Ulrike Schade, Leiterin der federführenden Thüringer Verwaltungsstelle. Dabei erhalten die Verwaltungen der Biosphäre, der Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön (NBR) e. V. und die zuständigen Landschaftspflegeverbände regelmäßig externe Hilfe – zum Beispiel von Schulklassen. Am Pflegezonentag kann sich erstmals jeder, der möchte, beteiligen. „Wir freuen uns, wenn uns interessierte Rhönerinnen und Rhöner beim Schutz der Artenvielfalt unterstützen.“
Bayern: Bestimmen von Tier- und Pflanzenarten mit der ganzen Familie
Im bayerischen Teil steht die Artenvielfalt der von invasiven Pflanzen bedrohten Lebensräume im Vordergrund. Da man nur schützen kann, was man kennt und schätzt, laden wir zum gemeinsamen Bestimmen von Tier- und Pflanzenarten im Naturschutzgebiet „Trockengebiete nordwestlich Mittelstreu“. Nach einem kurzen Spaziergang, der einen Überblick über die Entstehungsgeschichte, Artenvielfalt, aber auch invasive Pflanzen gibt, stellen wir Feldführer und Literatur und laden zum gemeinsamen Bestimmen von Tier- und Pflanzenarten. Der Termin ist auch für Kinder, Jugendliche und Familien geeignet. Treffpunkt ist am 1. Juli um 15 Uhr die Kreuzung Frickenhäuser Straße / Abfahrt Birkighütte westlich Oberstreu. Anmeldungen per E-Mail an brrhoen@reg-ufr.bayern.de oder unter Telefon (0931) 380 1665 (montags bis freitags).
Hessen: Der Lupine geht es auf der Wasserkuppe an den Kragen
Im Hessischen Teil des Biosphärenreservats freut sich das Team des LIFE-Projekts „Rhöner Bergwiesen“ über tatkräftige Unterstützung. Treffpunkt ist am Freitag, 1. Juli, um 8 Uhr am Parkplatz Fuldaquelle auf der Wasserkuppe. Mit Sensen und Ampferstechern ausgestattet, verteilen wir uns auf Kleingruppen und gehen verschiedene Lupinen-Standorte auf der Wasserkuppe an. Dort werden unter fachkundiger Anleitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LIFE-Teams Lupinen gemäht oder ausgestochen. Werkzeug und Getränke werden gestellt. Wer eine eigene Sense hat, darf diese gerne mitbringen. Bitte an ausreichenden Sonnenschutz, festes Schuhwerk und angemessene Kleidung denken. Da wir mit scharfen und spitzen Gegenständen arbeiten, ist die Aktion leider nicht für Kinder geeignet. Ende ist gegen 13 Uhr. Anmeldung per Mail an info@br-rhoen.de oder telefonisch (montags bis freitags) unter (0661) 6006 7800.
 
Thüringen: Die Klingser Aue von der Lupine befreien
Im Thüringer Teil des Biosphärenreservats erwarten MitarbeiterInnen des Landschaftspflegeverbands Thüringer Rhön e. V. und der Biosphärenreservatsverwaltung ab 14 Uhr Interessierte an der Schnitzschule Empfertshausen (Andenhäuser Str. 2, 36452 Empfertshausen). Mit den Freiwilligen geht es vom Treffpunkt in die Klingser Aue, wo mit Ampferstechern unter fachgerechter Anleitung die Lupine – im besten Fall ohne Verlust der Samen – entfernt wird. Zuvor gibt es Infos zu den Lebensräumen in den Rhöner Pflegezonen und deren Beitrag zur Rhöner bzw. deutschlandweiten Artenvielfalt. Mitzubringen sind neben Sonnencreme und -hut unbedingt festes Schuhwerk und Arbeitskleidung. Werkzeug und Getränke werden zur Verfügung gestellt. Das Ende des Arbeitseinsatzes ist gegen 17 Uhr geplant. Diese Veranstaltung ist nicht für Kinder geeignet, da mit scharfen und spitzen Gegenständen gearbeitet wird. Die Anmeldung läuft bis zum 30. Juni 16 Uhr oder telefonisch (montags bis freitags) unter 0361 573923 330 oder per Mail: poststelle.rhoen@nnl.thueringen.de.

 

Quelle: UNESCO-Biosphärenreservat Rhön | Verwaltung Hessen

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