LKR. BAD KISSINGEN. Bankmitarbeiter bewahrten am Dienstag eine 88-Jährige vor einem Telefonbetrug. Callcenterbetrüger hatten die Frau zuvor mittels sogenanntem Schockanruf getäuscht und wollten von ihr mehrere tausend Euro erbeuten. Die Bankangestellten erkannten die Lage und verständigten Verwandte und die Polizei.
Am Dienstagnachmittag erhielt eine Seniorin einen Anruf von bislang unbekannten Betrügern, die vorgaben ihre Nichte sei in einer Notsituation. Angeblich habe diese einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und könne eine drohende Haftstrafe nur mit einer schnellen Geldzahlung über mehrere tausend Euro abwenden.
Die Geschädigte glaubte den professionell agierenden Tätern und hob bei ihrer Bank entsprechend Bargeld ab. Dies hätte sie später an einen Abholer übergeben sollen. Bei dem Geld hatte es sich um einen niedrigen vierstelligen Betrag gehandelt, bei dem die Bankangestellten zunächst noch keinen Verdacht geschöpft hatten. Letztlich ließ die Mitarbeiter der Bank jedoch das Gefühl nicht los, dass hinter der ungewöhnlichen Geldabhebung eine bekannte Betrugsmasche stecken könnte und veranlassten die Verständigung der Polizei. Uniformierte Polizeibeamte der Bad Kissinger Polizei konnten die 88-Jährige noch rechtzeitig zu Hause antreffen, bevor es zu einer Übergabe des Geldes gekommen wäre. Die unbekannten Täter hatten offenbar bemerkt, dass die Polizei inzwischen eingeschaltet war und erschienen nicht zur vereinbarten Geldübergabe. Das Bargeld wäre ohne das Einschreiten der Bankberater mutmaßlich in die Hände der Betrüger gelangt. Die in der Folge verständigte Kriminalpolizei Schweinfurt hat die Ermittlungen übernommen und warnt erneut vor derartigen Betrugsmaschen.
Leg‘ auf! Die Präventionskampagne des Polizeipräsidiums Unterfranken 
Aufgrund der weiterhin hohen Fallzahlen im Bereich Callcenter-Betrug und dem damit verbundenen finanziellen Schaden, aber auch den psychischen Folgen für die Betroffenen, hat sich das Polizeipräsidium Unterfranken Ende 2020 dazu entschieden, zum Schutz der Opfer auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit nochmals aktiv zu werden und die Präventionskampagne “Leg´auf!” gestartet.
Das Ziel dieser Kampagne ist es, insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über die Phänomene wie „Enkeltrickbetrug“ und „Falsche Polizeibeamte“ zu informieren, zu sensibilisieren und Verhaltenstipps zu geben. Die wichtigsten Botschaften sind:
• Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.
• Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben!
• Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen!
• Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen – bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl)!
• Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen!
• Weitere Informationen: https://www.polizei.bayern.de/schuetzen-und-vorbeugen/senioren/004577/index.html

Quelle: Polizeipräsidium Unterfranken 

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