ologisches Kultur- und Hotelprojekt in Franken:
Die preisgekrönten italienischen Architekten bergmeisterwolf und Schloss Weißenbrunn planen ein Kulturrefugium.

Mit der Einreichung des Bebauungsplans beginnt in Unterfranken die Entwicklung eines ganz besonderen Erholungs- und Inspirationsorts: Das Kulturrefugium Schloss Weißenbrunn wird mit einem Konzerthaus, einer Musikakademie, Restaurants sowie Hotel mit Spa neue kulturelle, kulinarische und touristische Akzente in der Region setzen. Den Entwurf liefern bergmeisterwolf, Gerd Bergmeister und Michaela Wolf.

Die Zeiten, in denen das Landleben als kulturfern galt, sind lang vorbei: Kürzlich eröffnete Konzerthallen wie Weikersheim, Blaibach und Künzelsau zeigen, dass die besten Musik- und Kulturveranstaltungen nicht länger den Metropolen vorbehalten sind. Mit dem Kulturrefugium Schloss Weißenbrunn wird es auch in Unterfranken bald eine solche Stätte geben, die sich mit ihrem zusätzlichen Gastronomie-, Hotel- und Wellnessangebot besonders hervorhebt.

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Ein Haus mit vier Säulen

Gäste des Kulturrefugiums werden nach der Fertigstellung Erholung und Inspiration auf allen Ebenen erfahren; sei es bei Konzerten und kulturellen Veranstaltungen im Konzertsaal, beim Speisen mit ausgewähltem Kulturprogramm in einem der Restaurants, bei der Entspannung im Wellnessbereich oder der Erkundung der umliegenden Hügellandschaft der Haßberge. Mit diesem Vierklang aus Naturerfahrung, Hotel-, Gastronomie- und Kulturbetrieb wird direkt an die histo­rische Nutzung des Schlosses angeknüpft: „Schlösser waren schon immer Kulturorte“, so Dirigentin und Spezialistin für Alte Musik Pia Praetorius, die mit ihrem Ehemann, dem Unter­nehmer Wolfgang Kropp, das Projekt entwickelt und nun zur Wirklichkeit werden lässt. „Hier wurde mit Musik das Leben gefeiert und Gäste mit dem Besten aus Küche und Keller bewirtet. An langen Kaminabenden wurden neueste Ideen ausgetauscht und über Gott und die Welt diskutiert.“

In dieser Tradition möchten Praetorius und Kropp deshalb einen Ort der Kommunikation und der künstlerischen Begegnung schaffen, an dem Kulinarik, Musik und Natur gleichermaßen im Fokus stehen.

Zugleich soll mit diesem Konzept das Fortbestehen des Schlosses und der umliegenden Gärten, beides im Besitz der Schloss Weißenbrunn Stiftung, langfristig gesichert werden.

Kulturelle und wirtschaftliche Impulse für die Region

Das Gesamtbudget des Projekts umfasst ca. 45 Millionen Euro; es werden 60 bis 80 neue Arbeitsplätze entstehen. Das Vorhaben ist somit nicht nur auf der touristischen, sondern auch auf der wirtschaftlichen Ebene ein wichtiger Impuls für die Region Franken.

Besonders hervorzuheben ist der Neubau des Konzerthauses: Darin werden sich neben einem Konzertsaal mit flexibler Bestuhlung, Galerien und Ausblick in den neu gestalteten Schlosshof auch Restaurants, eine Bar, ein Foyer, eine Rezeption und eine Bibliothek befinden. An den Bau grenzt eine Orangerie mit Seminarräumen und Künstlerzimmern, speziell entwickelt für die Musikakademie der Schloss Weißenbrunn Stiftung.

 

Architektur, Akustik, Gartengestaltung:

Expert*innen aus ganz Europa

Entworfen wird das Kulturrefugium vom angesehenen Brixner Architekturatelier bergmeisterwolf: Gewinner von zahlreichen Preisen aus dem In- und Ausland wie zum Beispiel Best Architects, The Plan Award, Premio Architetto Italiano – Architekten des Jahres 2019 und nominiert für den Mies van der Rohe Award 2022. Es konnte sich in einem Wettbewerb gegen zwei ebenfalls renommierte Architekturbüros durchsetzen und punktete u.a. mit seinem Gespür für die Atmosphäre des Orts, einer gelungenen Verschmelzung von Architektur und Landschaft und einem eindrücklichen Portfolio aus dem Hotellerie-Bereich.

Der Entwurf von bergmeisterwolf umspannt den Neubau von subtil in die Landschaft integrierten Hotelgebäuden, des Konzerthauses mit seinen gastronomischen Einrichtungen sowie eines neuen Schlosshofes mit darunter liegender Garage. Für eine ausbalancierte Akustik sorgt Eckhard Kahle, Kahle Acoustics Brüssel; der niederländische Landschaftsarchitekt Van Mierlo Tuinen gestaltet die neu entstehenden Plätze und Gartenbereiche.

Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und eine klare künstlerische Vision

2019 gründeten Wolfgang Kropp und Pia Praetorius die Schloss Weißenbrunn Stiftung, die die Förderung von Musik und Kunst sowie die Erhaltung des Schlosses und der historischen Gärten zum Ziel hat. Bereits seit 2018 präsentieren sie in dem eleganten Barockbau im intimen Rahmen Kammerkonzertabende und Lesungen und fördern Nachwuchsmusiker*innen im Bereich der Alten Musik. Früh erkannten Kropp und Praetorius das große Potenzial der Anlage und begannen dieses für die Region einzigartige Projekt zu planen. Mit der Einreichung des Bebauungsplans bei der Stadt Ebern rücken diese Pläne der Verwirklichung ein großes Stück näher.

Hinter der Schloss Weißenbrunn Stiftung steht mit dem Ehepaar Pia Praetorius und Wolfgang Kropp ein Duo, das mit seiner Expertise und visionärem Denken das gesamte Projekt vorantreibt und auch finanziert.

Wolfgang Kropp, Hauptgesellschafter und Vorstand des Windenergieunternehmens SVEVIND, ist für die Entwicklung von Europas größtem Windpark verantwortlich. Auch im Kulturrefugium Schloss Weißenbrunn werden Nachhaltigkeit und ökologisches Wirtschaften eine große Rolle spielen.
„Die Entwicklung des Projekts unter Einbeziehung hoher ökologischer Standards sowohl im Bau und Betrieb als auch im Bereich des Energiekonzeptes ist mir ein besonderes Anliegen. Ziel ist es, den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten und das Projekt mit innovativen Konzepten im energetischen Bereich zukunftsweisend umzusetzen.“

Pia Praetorius erlangte mit Konzerten, CD-Aufnahmen und langjähriger Forschungsarbeit einen überregionalen Ruf als Spezialistin für Alte Musik. Als Kirchenmusikerin arbeitete sie in Berlin, Sonthofen und Nürnberg; unter anderem wirkte sie 18 Jahre lang als Kantorin an der Nürnberger Barockkirche St. Egidien. Regelmäßig kam es während dieser Zeit zur Zusammenarbeit mit international führenden Ensembles und Künstler*innen. Für ihre Verdienste wurde Praetorius 2013 mit dem Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet sowie 2014 mit dem Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken. Ein Themenschwerpunkt ihrer Arbeit liegt neben der Alten Musik und historischer Aufführungspraxis auch auf der Förderung junger Musiktalente.
Im Rahmen ihrer Musikakademie veranstaltet sie Weiterbildungen, Artist-in-Residence-Programme und Wettbewerbe, die auch im Kulturrefugium eine wichtige Rolle spielen werden.

Kropps und Praetorius’ Vision für das Projekt ist klar umrissen: Ein Aufenthalt in Weißenbrunn soll inspirierend wirken und noch lange Zeit später im Alltag der Gäste nachklingen. Sie freuen sich darauf, einen Ort der Begegnung zu schaffen, an dem sie Menschen aus der ganzen Welt willkommen heißen und für ihre Wahlheimat begeistern können.

„Die Ruhe und Idylle der Haßberge ist etwas ganz Besonderes für uns. Wir schätzen es sehr, hier leben zu dürfen. In dieser so wunderbaren Gegend möchten wir mit einem ökologisch und kulturell ambitionierten Projekt, das durch seine zeitgenössische, hochwertige Architektur und Garten­gestaltung ein touristischer Anziehungspunkt in der Region werden soll, ein mutmachendes Zeichen setzen.“

 

Die Fakten im Überblick

 

Projektstatus:
Einreichung des Bebauungsplanes im März 2021

Geplante Eröffnung:
je nach Genehmigungserteilung ca. 2024

 Gesamtbudget:
ca. 45 Millionen Euro

 Geplantes Bauvorhaben:
– Konzerthaus mit Konzertsaal, Restaurants, Rezeption, Foyerbibliothek

– Orangerie mit Seminarraum und Künstlerzimmern

– neu gestalteter Schlossvorplatz mit darunter liegender Garage

– zwei durch eine Standseilbahn verbundene Hotels

Bauherren:
Schloss Weißenbrunn GmbH, Wolfgang Kropp & Pia Praetorius

Architektur:
bergmeisterwolf, Michaela Wolf & Gerd Bergmeister 

Landschaftsarchitektur:
Van Mierlo Tuinen, Noel van Mierlo

 Akustik:

Kahle Acoustics, Eckhard Kahle

Bauökologie:

Spektrum, Karl Torghele

TGA:

energytech, Georg Felderer

 Brandschutz:

Rainer Endres

Statik:

hb, Oswald Holzner, Claudio Bertagnolli, Konrad Merz

Bauleitplanung:
BAURCONSULT, Claudia Roschlau

Quelle: Schloss Weißenbrunn