Start Franken Würzburg: Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

Würzburg: Welttag gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten

216
Bild: Judith Mathiasch/DAHW

Hinsehen statt Übersehen!
Am Samstag leuchten die Chinesische Mauer, die Pyramiden von Gizeh und der Kiliansbrunnen in Würzburg orange. Warum?

(Würzburg, 28. Januar 2021) – Anlässlich des Welttages gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten am Samstag, 30. Januar 2021, wird um 17 Uhr der Kiliansbrunnen auf dem Würzburger Bahnhofsvorplatz orange leuchten – gemeinsam mit weltweit hunderten weiteren Gebäuden und Sehenswürdigkeiten. Damit wollen Organisationen und Institutionen auf das Leid von mehr als 1,7 Milliarden Menschen aufmerksam machen, die von „Neglected Tropical Diseases“ (NTDs) betroffen oder bedroht sind. In Würzburg initiiert die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe die Beleuchtungsaktion, mit tatkräftiger Unterstützung von Oberbürgermeister Christian Schuchardt: Das Stadtoberhaupt ist seit Jahren DAHW-Vereinsmitglied und Schirmherr der Initiative „Würzburg hilft Mwanza“, die in der Partnerstadt in Tansania die Krankheit Schistosomiasis bekämpft.

Jeder fünfte Mensch ist Schätzungen zufolge an einer vernachlässigten Tropenkrankheit erkrankt, viele Millionen sterben jährlich an den Folgen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt aktuell 20 Erkrankungen zu der Gruppe der NTDs, die unbehandelt zu chronischen Beschwerden, Behinderungen oder auch zum Tod führen. Allen NTDs ist gemeinsam, dass sie nur sehr wenig Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit, von der (angewandten) Forschung, von staatlichen Institutionen und (Pharma-)Unternehmen erhalten. Ein Grund dafür ist, dass sie in den wohlhabenden Ländern des Globalen Nordens keine oder kaum noch eine Rolle spielen – sondern vor allem in ärmeren Ländern des Globalen Südens verbreitet sind. Deshalb sind medienwirksame Kampagnen, wie sie anlässlich des Welt-NTD-Tags am 30. Januar weltweit – und von der DAHW in Würzburg – umgesetzt werden, so wichtig: Denn die vergessenen Menschen müssen sichtbar gemacht werden.

Die Vernachlässigung der Krankheiten und der Menschen, die sie betreffen, hat unter anderem zur Folge, dass es für viele NTDs keine wirksamen oder gut verträglichen Medikamente gibt. Oft haben sie furchtbare Nebenwirkungen. Auch weiß man häufig nicht genau, wie NTDs übertragen werden, da es an Mitteln für die Forschung fehlt. NTDs treten vor allem da auf, wo Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, zu sanitären Anlagen und zu Hygienewissen bzw. -material haben und wo es an grundlegender medizinischer Versorgung mangelt. So sind vor allem Menschen, die in Armut leben müssen, besonders gefährdet, an einer NTD zu erkranken. Gleichzeitig steigt mit einer Erkrankung das Risiko für Betroffene, (noch mehr) zu verarmen.

Diesen heimtückischen Kreislauf aus Armut und Krankheit will die DAHW in ihren Einsatzländern mit ganzheitlichen, sektorübergreifenden Ansätzen zu durchbrechen. Wie zum Beispiel in Mwanza in Tansania, wo das Hilfswerk gemeinsam mit dem Missionsärztlichen Institut und weiteren Partnern seit Jahren gegen die Wurmerkrankungen Schistosomiasis kämpft – unter anderem mit medizinischen Interventionen, der Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung, Aufklärungs- und Bildungsarbeit und Forschungsaktivitäten. Unterstützt werden kann die DAHW dabei durch Spenden oder durch aktive Beteiligung an den Aktionen zum Welt-NTD-Tag.

Weitere Informationen unter www.dahw.de/hinsehen.
Weitere Informationen zu NTDs unter www.dahw.de/NTDs.
Quelle: DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V.